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Manager des Jahres 2011

22. September 2011, Schauburg Iserlohn, Goldsaal

Zum zweiten Mal zeichnete das Unternehmermagazin Südwestfalen Manager in Zusammenarbeit mit der Südwestfalen Agentur einen Unternehmer aus, der sich in besonderer Art und Weise um die Region verdient gemacht hatte. Zusätzlich wurde in diesem Jahr auch ein „Gründer des Jahres“ geehrt.

Rund 450 geladene Gäste verfolgten am 22. September die Preisverleihung im Goldsaal

der Iserlohner Schauburg – einem „fast filmpreiswürdiges Ambiente“, wie der Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte, Dr. Volker Verch, in seiner Laudatio für den Gründer des Jahres anmerkte. Die Initiative „Gründer des Jahres“ soll künftig angehende und junge Unternehmer aus Südwestfalen fördern, die bereits ein Unternehmen gegründet haben oder auf Grundlage eines aussagefähigen Business-Plans ein Unternehmen gründen werden.

Als erste „Gründer des Jahres“ werden Christian Friedrich und Alexander Hoffmann aus Siegen in die Geschichte des Awards eingehen. Die von ihnen gegründete Statmath GmbH beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Berechnung und Simulation der langfristigen Auswirkungen des demografischen Wandels – laut Jury eine innovative Geschäftsidee, die eine echte Lücke schließt.

Die beiden Preisträger werden nun über den Zeitraum eines halben Jahres von Mentoren aus den Bereichen Steuer- und Rechtsberatung, Marketing und Werbung, Personalberatung und Coaching begleitet – und sind begeistert: „Wir sind jetzt einer Phase, in der es unter anderem auch noch sehr viel Rechtliches zu regeln gibt. Die Unterstützung durch die Mentoren ist deshalb wirklich ein Segen für uns“, freute sich Christian Friedrich unmittelbar nach der Preisverleihung.

Dieser Begleitprozess und die Entwicklung des Unternehmens werden als mehrmonatige Reportage im SÜDWESTFALEN MANAGER begleitet.

In der Kategorie waren außerdem Nina Lenninghaus (Eiswerk, Hemer) sowie Deltev Pöttgen und Michael Ingendoh (Midpoints, Meschede) nominiert. „Wir sind keineswegs enttäuscht, sondern sehr glücklich, dass wir als Gründer wahrgenommen wurden und hier sein können“, sagte Michael Ingendoh. Die Jury jedenfalls hatte sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht. „Die Qualität und die Vielfalt der nominierten Personen und deren Geschäftsmodelle hat uns sehr beeindruckt“, erklärte Jurymitglied Jörg Hesse von der Attendorner Werbeagentur Wirkstoffgruppe.

Zwischenhead: Manager des Jahres

Ausschlaggebend für die Wahl des Managers des Jahres war der lange Atem, den der

Wendener Unternehmer Prof. Dr. Henning Zoz trotz starkem Gegenwind in den Jahren 2008 und 2009 bewiesen hatte. Des Weiteren, so hob Laudatorin Angela Freimuth (FDP, Vizepräsidentin des Landtags NRW) hervor, hatte Zoz mit einer so innovationsstarken wie zukunftsträchtigen Unternehmensausrichtung, außergewöhnlicher Persönlichkeit und hohem gesellschaftlichem Engagement gepunktet.

Die von ihm aufgebaute Unternehmensgruppe umfasst unter anderem die Zoz GmbH, die im Bereich der mechanischen Verfahrenstechnik agiert. Als Vorstandsmitglied der ME-NES (Modellstadt Elektromobilität Neustadt a. d. Saale), externer Berater des Energieausschusses der Bundesregierung und Mitglied im Expertengremium Mobilität MIWF des Landes Nordrhein-Westfalen hält Prof. Dr. Zoz mehrere Ehrenämter inne und engagiert sich darüber hinaus in mehreren sozialen und wissenschaftlichen Projekten. Neben ihm hatten es die Unternehmer Matthias Ferber (Ferber Software) aus Lippstadt sowie Josef Jost (Balver Zinn) aus Balve in die Endauswahl der Jury geschafft.

Neben den Ehrungen der Preisträger standen in der Schauburg auch zwei Podiumsdiskussionen auf dem Programm. Zum Thema „Gründung“ diskutierte Moderator Dirk Glaser mit ausgewählten Fachleuten über Risiken, Chancen sowie Motive für eine Unternehmensgründung. Frank Ermert vom Gründerbüro der Universität Siegen bedauerte den relativ geringen Zulauf von Gründungswilligen, und sorgte mit einem Erklärungsversuch für Erheiterung bei den Gästen: „Wir haben einen großen Fachbereich BWL. Das sind alles Leute, die keine eigenen Ideen haben, und dann Berater werden.“ Und Uwe Hell, Gründer und Geschäftsführer der Praedata Bürosysteme verriet, was ihn zur Gründung motoviert hatte: „Der „Kick“ war für mich die Freiheit!“

Für unterhaltsame Momente sorgten auch die Teilnehmer der Talkrunde über die „Renaissance des ehrbaren Kaufmanns“. Dazu begrüßte Moderator Dirk Glaser neben Jurymitglied Ricarda Kusch, den Generalbevollmächtigten von Trilux und Veltins, Michael Huber, außerdem Dr. Christoph Krämer als Vertreter der Sparkasse Iserlohn sowie den MIT-Landesvorsitzenden Hartmut Schauerte.

Auf die Frage, was ein Generalbevollmächtigter denn tue, antwortete ein gut gelaunter Michael Huber: „Ganz einfach: Er darf alles entscheiden, und haftet für nichts!“ Hartmut Schauerte setzte dem entgegen, dass ein ehrbarer Kaufmann nur der selbsthaftende Unternehmer sein könne, und dass darin das Stabilitätspotenzial für ein erfolgreiches Unternehmen liege. Für Ricarda Kusch lag die Sache auf der Hand: „Ich habe meinen ehrbaren Kaufmann gleich mitgebracht – meinen Vater“, sagte sie, und verwies darauf, dass ein Unternehmer dann ein „ehrbarer Kaufmann“ ist, wenn er als Vorbild taugt.

Abschließend fragte Dirk Glaser die weit gereiste Manager-Ikone Michael Huber, ob nun der Holländer oder der Franzose bei Verhandlungen mehr „trickse“: Hubers Antwort: „Der holländische Franzose“.

Nicht zuletzt wegen seiner schlagfertigen und unterhaltsamen Gäste war es für Dirk Glaser ein rundum gelungener Abend: „Die Veranstaltung hat sich in diesem Jahr noch einmal deutlich gesteigert. Wir als Südwestfalen Agentur sind sehr gerne dabei gewesen und werden den Award auch im nächsten Jahr wieder unterstützen.“

Michael Huber musste gleich nach der Veranstaltung zu einer Aufsichtsratssitzung nach Düsseldorf, fand aber noch die Zeit für lobende Worte: „Mir gefällt besonders die Kategorie „Gründer des Jahres“, denn wir brauchen junge und mutige Unternehmer. Diese Veranstaltung ist gut für die Region, weil sie aufmerksam macht auf die, die etwas schaffen und unsere Region voranbringen.“