Kammerpräsident Harald Rutenbeck fordert Kommunalpolitiker zum Sparen auf
Vor über 1.000 Gästen sprachen Harald Rutenbeck, Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen, und Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert auf der traditionellen Jahresveranstaltung der Hagener Kammer am 21. Dezember. Zentrales Thema der Vorträge war die wirtschaftliche Entwicklung des vergangenen Jahres: „Im Laufe dieses Jahres sind die Industrieumsätze in unserem Kammerbezirk um 31 Prozent gesunken“, stellte Rutenbeck fest. Trotzdem hätten die Betriebe so weit wie möglich an den Mitarbeitern festgehalten und Verantwortung für die Arbeitnehmer und ihre Familien übernommen, betonte der Kammerpräsident. Der Schlüssel für den nächsten Aufschwung sei die Versorgung der Wirtschaft mit ausreichender Liquidität, erklärte er weiter. Unternehmen mit realistischen Chancen, die aktuelle Situation zu meistern, dürften nicht an der Finanzierung scheitern. Zudem forderte er eine Reform der kommunalen Finanzquellen: Angesichts der gewaltigen Unterfinanzierung solle der Kommunalanteil an der Umsatzsteuer erhöht und ein Gemeindezuschlag zur Einkommen- und Körperschaftsteuer erhoben werden. In diesem Zusammenhang forderte Rutenbeck die Kommunalpolitiker auf, auch die Ausgabenseite in den Griff zu bekommen: Angesichts des Bevölkerungsrückgangs und der Prognosen für die Zukunft müsse die Zahl der städtischen Mitarbeiter gesenkt werden. „An dieser schmerzlichen Erkenntnis kommen die Städte genauso wenig vorbei wie die Unternehmen in den letzten Jahren.“ Fatal sei es hingegen, den Rotstift bei der Bildung anzusetzen – in sie müsse Deutschland mehr Geld und mehr Engagement investieren, und zwar vom Kindergarten bis zu den Hochschulen. Nach der Vortragsveranstaltung im Theater Hagen schloss sich ein lockeres „Get Together“ im Gebäude der SIHK an – schon am Buffet ergaben sich viele anregende Gespräche, die bis in die späten Abendstunden fortgesetzt wurden.